Will man einem Medienbericht glauben, haben sich Paramount, Amazon und Netflix wesentliche Rechte für die Championsleague gesichert, während Sky und DAZN leer ausgingen. Dies ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, passt aber irgendwie ins Bild.
Der französische Präsident Macron ist von Vielen inhaltlich nicht verstanden worden, als er am 03.10.2025 in Saarbrücken sagte, dass die Zukunft Europas sich im Internet entscheiden werde. Sieht man die Entwicklungen, muss man konstatieren, dass Daten die eigentliche „Währung“ unserer Tage sind. Durch das Engagement von Drittstaaten (d.h. Staaten außerhalb der EU) werden die Datenstandards von Europa nach und nach verwässert werden, da für die Standards der Sitz des Servers die entscheidende Rolle spielt, und im Bereich der KI ist von einer rein europäischen, eigenen Datengrundlage für KI-Systeme trotz vieler Bemühungen in diese Richtung noch nicht zu sprechen. Hierzu braucht man zudem Mehrheitsentscheidungen in Europa in diesen wichtigen Fragen, damit es nicht zu Blockaden kommen kann.
Wer Herr über die Daten ist und darüber, was Menschen im Internet bei immer mehr KI-gestützten Recherchen als Treffer zu sehen bekommen, der kann auch dafür sorgen, welche Nachrichtenquellen, welche Kommentare etc. auf den ersten drei Trefferseiten bei Suchmaschinen zu sehen sind. Erfahrungsgemäß schaut niemand in den Trefferlisten weiter hinten. Mehr Regulierung in diesem Bereich ist wichtiger denn je. Aber die Drittstaaten sind Europa leider bereits Jahre voraus. Hier alles daran zu setzen aufzuholen, wird eines der wichtigsten Themen auf EU-Ebene werden.
P.S.: In Deutschland gibt es Pilotprojekte von privaten Unternehmen, die einen Bezug zu Hochschulen haben, gefördert von Bundesministerien, wo speziell für juristische Fragestellungen, z.B. einen Referentenentwurf eines Ministeriums, von Experten entwickelte „Bausteine“ zu allen entscheidenden Fragen zusammengestellt werden. Diese Bausteine enthalten alle verfügbaren Kommentarmeinungen und Entscheidungen zu einer bestimmten Rechtsfrage. Es gibt also Tausende und Abertausende solcher Bausteine zu allen möglichen Rechtsfragen. Anschließend wird KI-gestützt eine Anfrage zu einem bestimmten Thema gestellt. Die KI sorgt nun dafür, dass alle für dieses Thema relevanten Bausteine zusammengestellt werden, und zwar gleich auch in der korrekten Anordnung so, wie man z.B. in einem juristischen Gutachten schrittweise vorgehen würde. Durch dieses Prinzip können z.B. auch Referentenentwürfe zu bestimmten, auch ganz neuen Fragen erstellt werden. Dies führt dazu, dass relativ schnell ein erster Entwurf entstehen kann. Dieser kann daraufhin verfeinert werden. Ändert sich eine der rechtlichen Grundlagen in einem Baustein, kommt z.B. eine neue wichtige Entscheidung hinzu, kann KI-gestützt das Ganze nochmal durchlaufen und es werden dann, sehr komfortabel, nur die Änderungen andersfarbig angezeigt. Dies führt dazu, dass der Referent / die Referentin nicht mehr 80 Seiten lesen muss, sondern z.B. nur die 3 geänderten Seiten. Die Vorstellung ist, dass im Echtbetrieb die Abteilung des Ministeriums bei dem Unternehmen einen Referentenentwurf zu XY anfordert und dann relativ schnell „geliefert“ werden kann.
Kommt man nun zum „Herrn der Daten“ (siehe oben) zurück, stellen sich Fragen: wer entscheidet, welche Datengrundlagen eingepflegt werden? Wo kommen die Rechte für die teilweise proprietären Inhalte her? Wer nimmt das Einpflegen neuer Urteile vor? Wer entscheidet, welches Urteil genommen wird? Wir haben derzeit eine sog. „Veröffentlichungsquote“ von allerhöchstens ca. 5-10% aller ergangenen Entscheidungen, d.h. nur diese werden veröffentlicht, der Rest wird gar nicht bekannt, so dass hier die Auswahl eine wesentliche Rolle spielt.
Dies ist bislang nur ein Pilotprojekt. Daher sind echte Bedenken derzeit noch nicht angebracht, da zur Zeit der Forschungsaspekt im Vordergrund steht. Hier muss positiv herausgestellt werden, dass es verblüffend ist, was mithilfe von KI erstellt werden kann. Allerdings sollte auch hier ganz genau auf die Quelle der KI, d.h. auf die Datengrundlage, geachtet werden. Dies führt mein Postscriptum zurück zum obigen Ausgangspunkt auf EU-Ebene: was dort richtig ist, kann hier nicht falsch sein.